Unser Truhenwagen

Früher wurde für die Leonhardifahrt und für Staucharding ein einfacher Wagen, der im landwirtschaftlichen Gebrauch stand, benutzt. Dieser wurde sauber gemacht und danach ein Gestell mit Sitzmöglichkeiten angebracht. Für die Umfahrten wurde der Wagen meist mit Buchs, einem Tannreisig und Blumen kunstvoll dekoriert.

Im Jahr 1999 arbeitete unser damaliger Vorstand Franz Altenbuchner an einem neuen Truhenwagen für den Verein. Die Truhenwagen sind sehr wertvoll und beeindruckend. Dabei sind diese Wägen ähnlich dekoriert wie die bemalten Truhen, die man noch heute in alten Bauernhäusern vorfinden kann. Früher hat man mit einem Tafel- oder Truhenwagen Getreide gefahren. Ein markantes Merkmal sind die Seitenteile, welche nicht senkrecht angeordnet, sondern nach oben etwas auseinander laufen. In dem Truhenwagen sitzen die Insassen paarweise auf kleinen Holzbänken.

Zuerst hat Franz Altenbuchner zuhause oder in einer Schreinerwerkstatt gezimmert, gehobelt und das harte Eschenholz mit einem speziellen Schnitzmesser bearbeitet. Danach wurde der Wagen an den Brunnthaler Maler und Grafiker Georg Feige weitergegeben, der rund zwei Monate an dem Truhenwagen gearbeitet und diesen kunstvoll bemalt hat. Die vier Tafeln an den beiden Seitenwänden wurden im Alt-Münchner Stil und die vordere und hintere Ansicht des Wagens mit Heiligen bemalt. Die Tafeln zeigen Brunnthal in den vier Jahreszeiten, wobei Szenen aus dem bäuerlichen Leben der Vergangenheit dargestellt werden. Im Hintergrund ist dabei jeweils eine der vier Kirchen aus dem Gemeindegebiet Brunnthal zu sehen.

Der Wagen ist 4,50 Meter lang, hat 5 eingebaute Holzbänke und ist auf 60 Zentner Gewicht ausgerichtet. Er wird für Umfahrten wie Leonhardifahrt in Siegertsbrunn und nach Staucharding benutzt, wo Frauen, Männer und Kinder mitfahren. Geschmückt wird der Wagen nur mit Buchszweigen, um die Aufmerksamkeit der Betrachter nicht vom Wesen des Wagens abzulenken.

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