Unser Trachtenheim

Der Wunsch nach einem eigenem Vereinsheim

Als 1920 zwölf junge Männer den Gebirgstrachtenverein „Edelweiß“ Brunnthal gründeten, fanden damals die ersten Plattlerproben in der Stube des Gasthofs Bichlwirt in Brunnthal statt. Auch Theaterstücke wurden beim Bichlwirt im Saal aufgeführt. Die Waldfeste feierte der Verein entweder im Vogelgarten, östlich von Riedhausen, oder im Wald östlich der Münchnerstraße. 1928 wechselte der Besitzer vom Gashaus Bichlwirt; die Familie Lutterschmied kaufte das Anwesen und baute den Saal für Wohnungen aus.

Während dem 2. Weltkrieg von 1939 – 1945 ruhte die Vereinsarbeit, 7 Kameraden mussten fern der Heimat ihr Leben lassen und 6 Kameraden werden vermisst. Nach dem Kriegsende im Mai 1945 dauerte es noch ein ganzes Jahr, bis die Vereine wieder Kraft und Mut schöpften, sich neu zu organisieren. 

Die ersten Plattlerproben nach der schweren Zeit wurden im Zwerchstadl beim Lechl (Hartl) abgehalten und die Walther Kathl lehrte der jüngeren Generation das Tanzen. Als 1948 das Gasthaus Lutterschmid wieder einen Saal baute, wurde von den Mitgliedern des Trachten- und Sportvereines ein Theaterstück („Der Kegeltoni von Schliers“) aufgeführt. Geprobt wurde weiterhin im Freien oder im Stadl. Auch in den folgenden Jahren wurden noch viele ernste und heitere Theater aufgeführt.

Später mussten die Plattlerproben oft abgesagt oder im Freien abgehalten werden, weil im Saal des Gasthofes Lutterschmied die Wäsche zum Trocknen hing. Als die Familie 1965 einen neuen Saal baute, wurde der Fußboden mit PVC-Platten verlegt, welcher von den Trachtenschuhen beschädigt werden konnte. So war es nicht weiter verwunderlich, dass der Plan, ein eigenes Vereinsheim zu bauen oder sich nach einem festen Quartier umzusehen, immer weiter reifte. 

In den 60er Jahren stellte unser damaliger Geistlicher, Pater Max Kapelsberger, den Saal vom alten Pfarrhof, zu Verfügung. So konnten wieder Plattlerproben und kleinere Veranstaltungen, wie Adventsfeiern und Faschingsfeste, abgehalten werden. Leider stellte dies nur eine Zwischenlösung dar, denn der Boden war nur aus Beton mit PVC-Bahnen darüber und diese konnten schnell brüchig werden. Nach und nach wurde dort immer mehr abgestellt, von Möbeln bis hin zu Segelbooten, und der Platz zum Proben wurde immer kleiner.

Auch der damalige Gauvorstand Hans Seestaller betonte im Bezug auf unser wachsendes Raumproblem immer wieder: „Schaut´s, dass euch ein eigenes Vereinsheim bauen könnt´s!“

Als 1972 anstatt der Mehrzweckhalle mit 1 Stimme Mehrheit im Gemeinderat doch eine Turnhalle gebaut wurde, stand wieder kein Raum für die Proben zu Verfügung. Jedoch durften wir für einige Jahre die alte Schule benutzen und der Boden war gut fürs Platteln. 

Ab 1977 fanden immer wieder Gespräche bezüglich einem Vereinsheim bzw. Grundstück für den Trachtenverein mit Bürgermeister und den Gemeinderäten statt. Erst im August 1982, nach jahrelanger Ablehnung der Gemeinde, war es dann soweit. In einem Gespräch zwischen dem Landrat, Günter Ganser, dem Bürgermeister Josef Rottenhuber und dem Vorstand Franz Altenbuchner wurde dem Anliegen stattgegeben und das Grundstück an der Wasserreserve für das Bauvorhaben ausgesucht. Auch der Gemeinderat stimmte mit 11 zu 4 Stimmen zu und unterstützte den Verein mit einem Zuschuss in Höhe von 150.000 DM.

Der Bau des Vereinsheimes

Die Mitglieder des Trachtenvereines erbauten das Vereinsheim mit eigenen Händen. Im Februar 1983 begann die Bearbeitung von hundert Kubikmetern Holz, das heimische Waldbauern gestiftet hatten. Am 15. Juli 1983 startete der Grundaushub, im November stand er Rohbau, danach begannen die Innenarbeiten. Durch die fleißigen Helfer und die tatkräftige Unterstützung konnte am 21. Oktober 1984 das Trachtenheim vom Kurat Dr. Schubert eingeweiht werden.

Insgesamt 40 Mitglieder und 18 Nicht-Mitglieder errichteten in 7500 freiwilligen Stunden und in rund 15 Monaten das Vereinsheim. Während die Mannerleid fleißig und tatkräftig am Bau arbeiteten, versorgten die Frauen die fleißigen Helfer und Arbeiter mit Mittagessen, Kuchen und Brotzeit. Manche Frauen packten sogar selbst beim Bau mit an. Aber auch zahlreiche Sach- und Geldspenden von Mitgliedern und Gönnern wurden dem Verein für den Bau vom Vereinsheim überreicht. 

Das Modell des Vereinsheims wurde von dem Architekt Hans Loidl aus Siegertsbrunn angefertigt und ist jetzt im Treppenhaus unseres Vereinsheimes ausgestellt.

Vom Modell bis hin zum neuem Trachtenheim:

Der Anbau an das Trachtenheim

Da das Vereinsheim für Theateraufführungen zu klein war, entschieden sich die Vereinsmitglieder für einen Anbau von 5 Metern am Trachtenheim. Nachdem die Holzarbeiten erledigt und der Bauaushub fertig war, wurde im März 1989 mit dem Erdgeschoss begonnen. Mit 1500 freiwilligen Stunden von 29 Mitglieder und zahlreichen Geld- und Sachspenden von Mitgliedern und Gönnern war der Anbau schnell umgesetzt.

1988: Vereinsheimanbau
1988: Anbau an das Vereinsheim
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