Chronik

Der erste Versuch, in Brunnthal einen Trachtenverein ins Leben zu rufen, wurde bereits 1908 unternommen. Doch aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und dem 1. Weltkrieg konnte die Gründung erst 12 Jahre später im September 1920 erfolgen.

9 gestandene Mannerleut waren die Gründungsmitglieder des G.T.E.V. „Edelweiß“ Brunnthal:

Georg Attenberger, Andreas Bichl jun., Georg Doisl, Johann Schelshorn, Albert Sprenzel sen., Josef Sprenzel sen., Georg Walther, Rudolf Walther, Nikolaus Wernberger sen.

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1922: Vereinsfoto Fahnenweihe

Bereits 2 Jahre später, am 3. September 1922, konnte der Verein seine erste Fahnenweihe abhalten, zu der die „Goldbergler“ aus Helfendorf Pate standen. Der Preis für die Fahne betrug seinerzeit 23.000 Mark. Zur Fahnenmutter wurde Frau Maria Springer ernannt, das Amt der Fahnenbraut übernahm Fräulein Juliane Walther.

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1922: Fahnenweihe (v.l.: Walther Maria, Hakl Anni (Maurer), Schulz Kreszenz, Walther Julie Fahnenbraut)

Um die Vereinskasse des jungen Vereins zu füllen, wurden Trachtenbälle, Waldfeste mit Gruppenpreisplatteln und Theateraufführungen abgehalten. Für den Reinerlös aus dem ersten Theaterstück „Das Grab des Wilderers“ wurde eine neue Ziehharmonika gekauft. Es kam aber auch vor, dass der Reinertrag nicht einmal für die Unkosten des Theaters reichte. Dann wurde bei den Mitgliedern eine Spendensammlung abgehalten.

Im März 1924 wurde die Patenschaft beim Nachbarverein „Mesnerbergler“ Arget angenommen. Zum Fest kamen die Brunnthaler Trachtler mit 3 geschmückten Festwagen und der Musikkapelle aus Höhenkirchen.

Gegen eine Gebühr von 1 Mark wurden im Jahre 1934 die ersten beiden Weiberleut in den Verein aufgenommen. Zu dieser Zeit zählte der Verein 34 Mitglieder.

Im 2. Weltkrieg verloren wir 7 Kameraden, 6 sind vermisst. Der Verein gedenkt allen verstorbenen Mitgliedern am Jahrtag (Erntedank) und am Volkstrauertag.

Während der Kriegsjahre ruhte die Vereinstätigkeit.

Mit Genehmigung der Militärregierung wurde am 18. Mai 1946 nach 6-jähriger Unterbrechung wieder eine Jahreshauptversammlung abgehalten.

Beim ersten Gaufest nach dem Krieg, im Jui 1946 in Miesbach, waren alle Mitglieder vollzählig dabei und der Verein erreichte bei der Trachtenschau den 24. Platz.

Langsam ging es jetzt wieder aufwärts. Viele junge Burschen und Dirndl traten dem Verein bei.

Das 30-jährige Bestehen wurde am 19. und 20. August 1950 mit 14 Trachtenvereinen aus der Umgebung und den Ortsvereinen gefeiert.

Am 20. April 1952 führten Mitglieder des Vereins im „Gasthof Lutterschmid“ das Stück „Die Junggesellensteuer“ auf. Diese Aufführung fand großen Anklang, so dass nun viele Theaterstücke, u.a. „Der Siebente Bua“, „Der Wirtsloisl von Kirchdorf“ und „Die drei Eisbären“ folgten.

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1952: Die drei Eisbären (v.r. Josef Huber, Hans Strobl, Franz Altenbuchner, Erna Pfeffer, Resi Schulz, Georg Gammel, Lorenz Strohmeier, Maria Gammel, Josef Schulz, Maria Wernberger)

Aber nicht nur das Theaterspiel wurde gepflegt, einige junge Trachtler entdeckten ihre Liebe zur Volksmusik. So entstanden auch in Brunnthal Sänger- und Musikantengruppen, die die Vereinsveranstaltungen musikalisch umrahmten und auch außerhalb des Vereins auftraten.

Mit den benachbarten Trachtenvereinen und den Ortsvereinen wurden am 20. und 21. August 1960 das 40-jährige Bestehen und 10 Jahre später am 1. und 2. August 1970 das 50-jährige Gründungsfest gefeiert.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe verbunden mit dem 60-jährigen Gründungsfest vom 6. – 10. August 1980. Unser damaliger Kurat, Herr Dr. Schubert, weihte die neue Fahne, die im Kloster Schlehdorf in achtmonatiger Arbeit kunstvoll gestickt wurde. Fahnenmutter Resi Altenbuchner und Fahnenbraut Maria Hauser hefteten Erinnerungsbänder an die neue Vereinsfahne, bei der wieder die „Goldbergler“ aus Helfendorf Pate standen. Neben 18 Trachtenvereinen und den Ortsvereinen war die Trachtengruppe Todtnau aus dem Schwarzwald beim Festzug mit dabei.

Mit dieser Trachtengruppe aus der Nähe des Feldbergs besteht schon seit den 70er Jahren eine Freundschaft, die durch gegenseitige Besuche mit viel Musik und Tanz gepflegt wird. Auch beim 70-jährigen Gründungsfest vom 2. – 5. August 1990 waren die Schwarzwälder sowie 20 Trachtenvereine dabei, ebenso beim 80-jährigen Gründungsfest im Jahre 2000.

Zu den Gründungsfesten besuchte uns auch immer eine Delegation aus Bitburg-Stahl. Mit diesem Dörfchen, das zur Stadt Bitburg in der Eifel gehört, verbindet uns schon eine lange Freundschaft. Bereits viermal nahm unser Verein am „Grenzlandtreffen“ in Bitburg teil, an dem Trachtengruppen aus vielen Ländern mitwirken.

Da es schon immer Probleme mit den Räumlichkeiten für die Plattlerproben gab und nach dem Saalumbau im Gasthof Lutterschmid kein Platz mehr für unsere Theateraufführungen war, reifte seit 1977 der Plan, ein eigenes Vereinsheim zu bauen.

Nach jahrelanger Ablehnung der Gemeinde wurde 1982 vom Gemeinderat endlich der Beschluss gefasst, dem Trachtenverein ein Grundstück in Brunnthal am Maurerweg zur Errichtung eines Trachtenheimes zur Verfügung zu stellen.

Im Juli 1983 wurde schließlich mit dem Bau begonnen. Zahlreiche Sach- und Geldspenden von Mitgliedern und Gönnern, aber vor allem 7.500 freiwillige Arbeitsstunden der Mitglieder machten es möglich, dass am 21. Oktober 1984 das Trachtenheim von Kurat Dr. Schubert eingeweiht werden konnte.

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1983: Vereinsbau

Zum Theaterspielen war aber im neuen Heim immer noch nicht genug Platz; so wurde von Oktober 1988 bis September 1989 nochmals fleißig gearbeitet, bis der Anbau fertig war.

Im Herbst 1991 wurde dann mit dem „Amerika-Seppl“ die jahrelange Theatertradition fortgeführt, die bis heute andauert; so standen seitdem auch die Stücke „Bloß koan Schnaps“, „Urlaub vom Doppelbett“, „Die 4 Weiber vom Berghof“, „Zuständ san des“, „No amoi a Lausbua sei“, „Der ledige Bauplatz“ sowie zuletzt „Der Landfrauenausflug oder Bloß koa Schnaps“ auf unserem Spielplan.

Vom 25. – 27. Juni 2010 konnte unser Verein mit einem großen Fest sein 90-jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlass wurde unsere Fahne aufwändig restauriert und beim Festgottesdienst auf der alten Schulwiese in Brunnthal gesegnet. 24 Vereine und 7 Blaskapellen sowie 3 Pferdegespanne bildeten den Festzug durch Brunnthal.

Das Trachtenheim wird auch für Plattler- und Musikproben genutzt und von den Mitgliedern bei allen Veranstaltungen, wie z.B. Sänger- und Musikanten – Hoagascht, Faschingsball, Kaffeekranzl, Herbstfest sowie Preisplatteln, Versammlungen etc. selbst bewirtschaftet. Der Erlös unseres alljährlichen Adventsingens in der Brunnthaler Kirche kommt der Kirchenverwaltung für die Renovierung der Brunnthaler Kirche zugute.

Die Plattlerproben im neuen Heim haben ebenfalls Wirkung gezeigt; so konnten unsere Plattler an die Erfolge aus den 70er Jahren anknöpfen und gewannen seither schon 13mal beim Gruppen-Wertungsplatteln der Gauuntergruppe Jasberg den Pokal. Außerdem nehmen sie regelmäßig am Wertungsplattln der Aktiven in der Wolfseehalle in Fischbachau teil.

Musikalisch sind derzeit 3 Gesangsgruppen sowie 2 Volksmusikgruppen im Verein vertreten. Sie wirken nicht nur bei kirchlichen Anlässen wie Maiandacht oder Adventsingen des Trachtenvereins in der Brunnthaler Kirche mit sondern sind auch Teil unserer Hoagascht- sowie der Gaugruppenhoagascht-Veranstaltungen. So wurden im Jahre 2010 von einem Fernsehteam des Bayerischen Fernsehens im Trachtenheim Aufnahmen mit den „Früah-Dirndln“ sowie einer Kinderplattlergruppe, bestehend aus 6 Paaren, gemacht.

Ein fester Bestandteil des Vereinslebens ist u.a. auch die Teilnahme an den jährlichen Gaufesten des Oberlandler Gauverbands, den Leonhardifahrten nach Siegertsbrunn und dem Anna-Fest in Staucharding mit unserem eigenen Truhenwagen sowie die jährliche Durchführung eines Herbstfestes auf dem Gelände des Trachtenheims.

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1948: Abfahrt zum Gaufest

 

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1953: Leonhardifahrt (v.l.: Wildgruber Maria, Walther Helene, Eibl Nanni, Destler Sofi, Strohmeier Resi, Wernberger Maria, Schulz Resi, Schilling Rosa, Schuster Resi; vorne: Strohmeier Lorenz, Eibl Seppi)

Zu den Vereinsaktivitäten gehören aber auch Vereinsausflüge, wie z.B. 2002 nach Todtnau/Schwarzwald, 2004 nach Regensburg und Straubing, 2009 eine Trachtenwallfahrt nach Altötting, 2011 ein Ausflug in die Steiermark sowie 2015 Besuch des Trachten- und Kulturzentrums in Holzhausen.

Der Verein ist Mitglied im Oberlandler Gauverband; wir haben derzeit 185 Mitglieder und eine Jugendgruppe mit ca. 20 Kindern, unsere Patenvereine sind der Trachtenverein „Mesnerbergler“ Arget sowie „D‘ Goldbergler“ Helfendorf.

Seit seiner Gründung wurde er von folgenden Vorständen geführt:

1920 – 1925          Albert Sprenzel sen.

1925 – 1926          Josef Riedlechner

1926 – 1928          Albert Sprenzel sen.

1928 – 1929          Johann Schelshorn

1929 – 1938          Rudolf Walther

1938 – 1939          Josef Huber

1946 – 1948          Albert Destler

1948 – 1950          Rudolf Walther

1950 – 1970          Albert Sprenzel sen.

1970 – 1998          Franz Altenbuchner

1998 – März 2013         Hans Schulz

März 2013 – März 2014         Ernst Huber (komm.)

seit März 2014      Georg Hauser sen.

Möge unser Trachtenheim immer die Heimat für das Brauchtum in Brunnthal bleiben.

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Vereinsfoto 2010

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